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EDITORIAL
Klaus-DieterLinsmeier
RedakteurdieserAusgabe
Warum Rom
nicht
unterging
J
ahrhundertelang prägte die Metropole am
Tiber die Antike. Ihre kaum zu bremsen­
den Eroberungszüge ab dem 4. Jahrhundert
v. Chr. beeindrucken noch heute Laien wie
Experten, unterwarf Rom doch den gesam­
ten Mittelmeerraum seiner Herrschaft, dazu
den Orient, Nordafrika, Britannien und Gal­
lien. Aber dann setzte ebenso unaufhaltsam
die Gegenbewegung ein. Auf den großen
Wendepunkt der Reichsteilung 395 n. Chr.
folgte 480 n. Chr. der Tod des letzten Kaisers
von Rom. Wirren, Unruhen, Völkerwande­
rung – wie konnte es so weit kommen?
Gelehrte suchten nach Antworten und
schufen dabei Mythen, die den Geist ihrer
eigenen Zeit widerspiegeln. Statt sich ihrer
kriegerischen Tugenden zu besinnen, hätte
Roms Oberschicht lieber Orgien gefrönt und
im Luxus geschwelgt, bis das Reich von ger­
manischen Stämmen überrollt wurde. Und
hatten nicht schreckliche Seuchen die Tiber­
stadt mehrfach heimgesucht und ihre Bevöl­
kerung extrem dezimiert? Wie hätte das Im­
perium auch all dem standhalten können,
war doch seine Gesellschaft bis in die ferns­
ten Provinzen hinein tief gespalten und
durch soziale Ungerechtigkeiten destabili­
siert?
Oder hatte der Kollaps vielleicht wirt­
schaftliche Gründe gehabt? Denn zum Lu­
xus der Superreichen gehörten kostspielige
Importe, und diese sorgten für einen massi­
ven Abfluss von Geld. Apropos Ökonomie:
Eine auf Sklaverei basierende Wirtschaft
sei natürlich an technischen Innovationen
gänzlich uninteressiert, was sich schließlich
rächte. Finanzkrise, fehlende Investitionen –
wir kennen das aus den Nachrichten unserer
Zeit nur zu gut.
All diese Erklärungsmodelle beruhen auf
Überlieferungen antiker Autoren und man­
chem archäologischen Befund. In jedem
steckt wohl ein Körnchen Wahrheit, aber
mehr ist es aus heutiger Sicht nicht. Sie hal­
ten einer kritischen Analyse nicht stand. Ins­
besondere der Blick hinter die Kulissen Roms
und seines Imperiums vermittelt neue, rea­
listischere Einsichten. Wie man lebte und
starb, der schlichte Alltag der Menschen also,
zeichnet ein anderes Bild. So haben Archäo­
logen inzwischen mit dem Mythos der Inno­
vationsträgheit aufgeräumt: Auch Sklaven
waren Kostenfaktoren und Maschinen, die
mit Wasserkraft deren Arbeit erledigten, da­
her durchaus gefragt. Und Historiker be­
stätigen zwar die dramatische Wohlstands­
schere zwischen den Gesellschaftsschichten,
doch waren diese miteinander gut vernetzt,
was das System stabilisierte.
Gerade die Erforschung des antiken All­
tags beweist, dass einfache Erklärungen
nicht genügen. Folgen Sie unseren Autoren
hinter die Kulissen Roms, um gängige My­
then zu entzaubern. Lassen Sie sich über­
raschen!
Ihr
Wie das Weströmische
Reich allmählich unterging,
lesen Sie in:
»Aufbruch ins Mittelalter –
Vom Untergang Roms zum
Aufstieg der Merowinger«,
Spektrum SPEZIAL
Archäologie · Geschichte ·
Kultur 1/2015
WWW.SPEK TRUM .DE
3
I N HA LT
GESELLSCHAFT
16
Sexualleben
6
Balance der Ungleichheiten
Nicolas Tran, mit Ergänzungen von Annika Domainko
und Klaus-Dieter Linsmeier
SOZIALSTRU KTU R
EinNetzvonLoyalitätsbeziehungenhieltRomsGesell-
schaftzusammen,allenUngerechtigkeitenzumTrotz.
12
ERZI EH U NG
»Wissen ist Macht«
Bernard Legras
DieElitesprachlateinischundgriechisch,ließihreSöhne
inderRedekunstschulenundsichertesoihreStellung.
16
PROSTITUTION
»Hier wohnt das Glück«
Karl-Wilhelm Weeber
KäuflicherSexwareineNormalitätdesrömischen
Alltags.DiepompejischenBordelleerzählendavon.
WIRTSCHAFT & HANDWERK
22
ÖKONOMI E
Vier Jahrhunderte Wohlstand
ISTOCK / TREEFFE
Willem Jongman
AnalysenbelegeneingoldenesZeitalter,indemnicht
nurdieEliteeinengehobenenLebensstilpflegte.
GLAS
30
Veredelter Sand
Véronique Arveiller-Dulong
DasRohglaswiedieTechnikdesGlasblasensstammten
ausderLevante–TechnologietransferinderAntike.
38
Korbflechterei
36
HAN DEL
Zwischen Mangel und Verschwendung
André Tchernia
DieHandelsbilanzdesRömischenReichswärefürheutige
ÖkonomenGrundzugrößterSorge.
38
KOR B FLEC HTER EI
Weide statt Plastik
Nicole Blanc, Françoise Gury, Daniel Mordant
und Michèle Pichonnet
NichtalleinMarmorundMetallprägtendasReich,
sondernauchallerleiFlechtwerk.
Jean-Pierre Brun
VonFuselbisFalerner–WeingehörtestetsaufdenTisch.
DochwürdeerheutigenGaumenmunden?
itelmotiv: AKG Images / Erich Lessing
T
Römische Wandmalerei aus Herculaneum:
Jüngling und Hetäre, vor 79 n. Chr.;
Neapel, Museo Nazionale Archeologico
4
RÖMISCH-GERMANISCHES MUSEUM, RHEINISCHES BILDARCHIV KÖLN
42
LAN DWI RTSC HAFT
Wein für alle
SPEZIALARCHÄOLOGIE·GESCHICHTE·KULTUR2/2016
WISSENSCHAFT & TECHNIK
48
MEDIZI N I
Pompeji – Stadt der Ärzte
Ernst Künzl
DerAusbruchdesVesuvsbegrubauchdiePraxenprofes-
sionellerHeiler.IhreAnzahlüberraschtdieArchäologen.
54
MEDIZI N I I
Die Medica von Heidelberg
Andreas Hensen
GrabbeigabenverratendenBerufeinerRömerin:Sie
wirktealsÄrztinindergermanischenProvinz.
58
ISTOCK / JOHNNY GREIG
MÜ H LEN I
Produktiver dank Wasserkraft
Jean-Pierre Brun
TrotzbilligerSklavenwarenrömischeUnternehmer
gegenübertechnischemFortschrittaufgeschlossen.
58
Innovation
62
MÜ H LEN I I
Steter Tropfen sägt den Stein
Klaus Grewe
SägewerkeliefertenMarmorindenrichtigenMaßen.
Werhatsieerfunden?
POLITIK & RELIGION
64
POLITI K
Wahlkampf im alten Rom
Theodor Kissel
Seivolksnah,abernichtbescheiden!Trittüberzeugend
aufunddiffamieredeineGegner!MancheWahlkampf-
tippsmutenüberraschendmodernan.
72
R EC HTSWESEN
Gleiches Recht für alle
Detlef Liebs
ObRömeroderGallier,HispanieroderSyrer–römische
GesetzegaltenfüralleBewohnerdesImperiums.Was
Juristendamalsentwickelten,prägtEuropanochheute.
80
TOTEN KU LT I
»Möge dir die Erde leicht sein«
Annika Domainko
TodundErinnerunghingenfürdieRömerengzusam-
men.DennnochmehralsdasSterbenselbstfürchteten
sie,vonderNachweltvergessenzuwerden.Dasverraten
ihreBestattungsbräuche.
87
TOTEN KU LT I I
Hauptstadt der Seuchen
Dominique Castex und Sacha Kacki
VerheerendeEpidemienerfordertenungewöhnliche
Lösungen,umderLeichenbergeHerrzuwerden.
ISTOCK / CRISFOTOLUX
3
Editorial
64
Wahlkampf
WWW.SPEK TRUM .DE
45
Impressum
90
Vorschau
5
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